#Branchennews: Wie zufrieden sind PTAs?


Hohe Verantwortung – wenig Anerkennung.

Pharmazeutisch-technische Assistent:innen (kurz: PTA) sind unerlässlich. Oft übersehen und mit zu wenig Anerkennung halten sie unser Gesundheitssystem am Laufen. Für uns als Healthcare-Agentur stellen sie eine wichtige Zielgruppe dar. Erstellen wir doch regelmäßig Werbematerialen für Apotheken und betreiben klassisches Apothekenmarketing, mit dem wir ihr Arbeitsleben erleichtern wollen. Und Kontaktpunkte am POS haben wir wohl alle. Aus diesem Grund widmen wir ihnen folgenden Beitrag.

Das Fundament der Apotheke

Das Telefon klingelt, der Lieferbote wartet, die Kollegin hat eine Frage – alles, während der Kundin geduldig die Anwendung des neuen Medikaments erklärt wird. Alltag in deutschen Apotheken. Und ein Sinnbild dafür, wie viel Verantwortung PTAs täglich tragen. Ohne sie läuft nichts. Und trotzdem wird in unseren Augen in Bezug auf die Zukunft von Apotheken zu selten über sie gesprochen. Sie beraten, prüfen, mischen, erklären und halten den Apothekenalltag am Laufen. Gleichzeitig fühlen sich viele von ihnen übersehen. Zwischen Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und stagnierenden Gehältern zeigt sich: Die Mehrheit ist mit ihrer Arbeit zufrieden – aber nur wenige würden den Beruf erneut wählen.

Als Healthcare-Agentur wollen wir auch in Zukunft Kommunikation entwickeln, die wirklich weiterhilft. Aus diesem Grund erachten wir jedes noch so kleine Glied in der Branche als relevant und hörenswert. Deshalb: Wie geht es den PTAs wirklich? Und welchen Einfluss haben die anstehenden Reformen auf ihre Zufriedenheit und Zukunftsaussichten?

Hintergrund: PTA vs. Apotheker:in – Wo liegt der Unterschied?

Falls du dich jetzt fragst, was eine PTA von einer Apotheker:in unterscheidet: PTAs absolvieren ihre Ausbildung an Berufsfachschulen mit anschließendem Praktikum in der Apotheke. Apotheker:innen durchlaufen ein Pharmazie-Studium und tragen vor dem Gesetz die Hauptverantwortung für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente.

PTAs unterstützen mit hoher fachlicher Kompetenz. Sie stellen Arzneimittel her, beraten Patient:innen, übernehmen Prüfungen und Serviceleistungen. Kurz gesagt: Sie sind das Rückgrat des Apothekenbetriebs.

Aktuelle Lage: Zwischen Berufsstolz und Erschöpfung

Kaum ein Beruf vereint so viel Fachwissen, Empathie und Organisationstalent. Der Alltag von PTAs ist geprägt von einer Mischung aus fachlicher Präzision, emotionalem Kontakt zu Patient:innen und organisatorischen Aufgaben. Doch diese Vielseitigkeit wird oft zur Belastung:

  • Hohe Verantwortung, wenig Anerkennung: Viele PTAs tragen große fachlicher Verantwortung – jedoch ohne entsprechende Entscheidungsbefugnisse oder Aufstiegsmöglichkeiten.
  • Emotionale Belastung im Kundenkontakt: Lieferengpässe, Personalmangel und steigende Erwartungen erschweren den Arbeitsalltag
  • Finanzielle Grenzen: Trotz hoher Arbeitsbelastung liegt das Gehaltsniveau oft nur knapp über dem Mindestlohn

Studien und Branchenumfragen bestätigen: PTAs lieben ihren Beruf – aber nicht die Bedingungen.

Wille zur Weiterbildung, Wunsch nach Wertschätzung

Laut Bundesverband der PTA (BVpta) zeigen viele PTAs hohe Bereitschaft, sich weiterzubilden und mehr Verantwortung zu übernehmen. Die PTA-Reform 2023 sollte genau das fördern: modernisierte Ausbildung, mehr Praxisbezug, erweiterte Kompetenzen. Viele PTAs bemängeln, dass zwar die Verantwortung gestiegen ist, das Gehalt aber nicht entsprechend angepasst wurde. 

Die Apothekenreform. Was hat es damit auf sich?

Während die PTA-Reform bereits erste Veränderungen eingeleitet hat, steht mit der Apothekenreform der nächste große Schritt bevor. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll diese als eines der ersten Gesetze im Bundesgesundheitsministerium umgesetzt werden. Geplant sind neue Versorgungsmodelle, pharmazeutische Dienstleistungen und festgelegte Vertretungsbefugnisse. Der Reformentwurf liegt bereits vor. Ein Kernelement: Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Qualifizierung sollen PTA Apothekenleiter zeitweise vertreten dürfen, begrenzt auf 20 Tage im Jahr. Kritisch zu sehen ist, dass die Reformvorschläge PTAs insgesamt nur wenig einbeziehen. Dabei sind sie es, die im Alltag die Versorgung tragen.

Chancen und Risiken: Was bedeutet die Reform wirklich für PTAs?

Chancen

  • Erweiterte Kompetenzen und Aufwertung des Berufsbildes
  • Neue Aufgabenfelder wie Medikationsmanagement und Präventionsberatung
  • Modernisierte Ausbildung mit Fokus auf Digitalisierung und Patientenkontakt
  • Professionalisierung und Teamstärkung in Apotheken

Risiken

  • Mehr Verantwortung ohne Mehrvergütung
  • Überforderung durch zusätzliche Aufgaben bei Personalmangel
  • Unklare Umsetzung der Reformen im Apothekenalltag
  • Fehlende Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten

Was jetzt zählt: Umsetzung statt Ankündigung

Reformen allein verändern nichts. Erst wenn Apothekenleitung, Standesvertretungen und Politik PTAs konkret einbinden – mit Weiterbildung, Anerkennung und fairen Rahmenbedingungen – können sie zu einem Wendepunkt für den Beruf werden. Wir bei LeFee sind überzeugt: Nur wer die Menschen stärkt, stärkt das System.

Fazit: Die Zukunft der Apotheke entscheidet sich an der Sichtbarkeit der PTAs

Die aktuellen Reformen markieren einen Wendepunkt – zumindest auf dem Papier. Das Berufsbild hat sich längst gewandelt: PTAs sind keine „helfenden Hände“ mehr, sondern Herzstücke der Versorgung. Sie schlagen die Brücke zwischen Arznei und Alltag – kompetent, empathisch, unverzichtbar.

Wenn Politik und Apothekenleitungen jetzt die Chance nutzen, PTAs mit Perspektiven auszustatten, könnte aus Veränderung Vertrauen werden. Denn die wichtigste Reform beginnt nicht im Bundesgesetzblatt – sondern dort, wo Anerkennung nicht verordnet, sondern gelebt wird: in jeder einzelnen Apotheke.

 

Quellen:

pharmazeutische-zeitung.de/was-das-apothekenpersonal-bewegt

ptaheute.de/aktuelles/2023/05/25/

pta-in-love.de/warken-pta-sollen-apotheker-stundenweise-vertreten-duerfen

pta-in-love.de/pta-wollen-mehr-kompetenzen-und-wuerden-fuer-weiterbildung-zahlen

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